Entwicklung einer neuartigen Technologie zum Aufschluss von Faserpflanzen ohne chemische Zusätze
Drittmittelprojekt mit Industriebeteiligung

Prof. Dr.-Ing. Gunter Lauckner

In einer von Projektpartnern entwickelnden neuartigen Technologie sollen im industriellen Maßstab Faserpflanzen so aufgeschlossen werden, dass diese nahezu frei von anderen Pflanzenstoffen sind. Die Fasereigenschaften werden nicht mehr von Anhangstoffen beeinträchtigt und können Grundlage zur Herstellung hochwertiger textiler Hightechmaterialien z.B. für die Automobilindustrie sein. In dem neuartigen Verfahren muss in dem Prozessschritt der Faserwäsche der pH-Wert geregelt werden, ohne den pflanzlichen Rohstoff mit chemischen Zusätzen zu belasten.

Um die Stressfaktoren zu minimieren, die durch die Zugabe von Säure und Base zur Regelung des pH-Wertes auf den Rohstoff wirken, soll in einem Minireaktor die schonende Regelung des pH-Wertes durch die konsequente Ausnutzung der Gasaustauschvorgänge untersucht werden. Es soll lediglich durch die Beaufschlagung mit verschiedenen Gasen und durch Rühren der Kohlendioxidhaushalt beeinflusst werden. Durch Ausgasen des überschüssigen Kohlendioxides kann der pH-Wert auf ein neutrales Niveau gebracht und in gewissen Grenzen beeinflusst werden. Erst bei größeren Sollwertänderungen, Störungen oder Erschöpfung des Puffers muss der Arbeitspunkt durch Titration von Säure/Base wiederhergestellt werden.

Normalerweise führt die Stabilisierung des pH-Wertes durch Zugabe von Säure/Base zu osmotischen und toxischen Belastungen für den pflanzlichen Rohstoff. Diese Störungen resultieren in einer Verschlechterung der Güte des Fasermaterials. Die Innovation des Projektes besteht darin, durch Ansteuerung einer geeigneten Gasmischung von Luft, Sauerstoff, Stickstoff und Kohlendioxid den pH-Wert und die CO2-Einwirkung so zu regeln, dass man als Ergebnis eine verbesserte Qualität der Rohfaser bei geringerer Umweltbelastung erhält.


SMWK

C.S.P. GmbH, Kluge GmbH, HS Zittau/Görlitz

01.02.2016 bis 30.04.2016